Freudenberg. (gio) Im Sommer werden sich auf dem Kirchplatz in Wutschdorf wieder allerhand irdische und himmlische Gestalten tummeln. Denn vom 29. Juli bis zum 9. August steht das Stück "Der Brandner Kaspar und das ewig Leben" auf dem Spielplan der Freudenberger Bauernbühne.
Nach dem großen Erfolg des berühmten Stücks aus der Feder von Kurt Wilhelm vor vier Jahren hat sich die Bühne entschlossen, den "Brandner" heuer noch einmal zu spielen. Der "Brandner Kaspar" wird von der "Amberger Zeitung" präsentiert.
Die Vorbereitungen zu dem aufwendigen Freilichtspektakel haben längst schon begonnen. Die Organisation und der Bühnenbau sind bereits fleißig am Planen und Vorbereiten. Die Spielleitung liegt in den bewährten Händen von Benno Schißlbauer, der auch die Titelrolle, den Brandner Kaspar, spielt. Reinhold Escherl wird selbstverständlich wieder als Boandlkramer zu sehen sein, so wie auch alle anderen Rollen unverändert besetzt werden.
Auf der überdachten Zuschauertribüne erwartet die Gäste ein Theatererlebnis der Extraklasse. Mittels einer leistungsstarken Licht- und Tonanlage und eines aufwendigen Bühnenbilds vor der malerischen Wutschdorfer Kirchplatzkulisse und nicht zuletzt durch die über 50 Mitwirkenden wird der Zuschauer für zwei bis drei Stunden in die gute altbayerische Welt des 19. Jahrhunderts geführt. Beginn der Aufführungen ist jeweils um 20.30 Uhr. Vorher kann man sich ab 19 Uhr in einer eigens errichteten Bewirtungsmeile bei bayerischer Live-Musik an Getränke- und Imbissständen stärken.
Der Kartenvorverkauf startet am Samstag, 3. Juni, um 9 Uhr im Pfarrsaal in Wutschdorf, Restkarten gibt es dann ab Dienstag, 6. Juni, bei der Gemeindeverwaltung in Freudenberg. Aber auch bei der "Amberger Zeitung" können die Tickets erworben werden. Hier startet der Vorverkauf in der Mühlgasse 2 in Amberg am Samstag, 3. Juni, um 8.30 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 20 Euro.
Die Gemeinde Freudenberg unterstützt das Projekt nach allen Kräften. Bürgermeister Norbert Probst lädt die Anwohner in Wutschdorf eigens zu einer Informationsveranstaltung ein, um auf die Einschränkungen und Besonderheiten hinzuweisen, die sich während der Vorbereitungs- und Spielzeit rund um den Kirchplatz ergeben. Das Neueste rund um die Bauernbühne gibt es im Internet unter freudenberger-bauernbuehne.de.
Freudenberg. (gio) Kaum trocken vom Vilstheater in Amberg machen sich die Akteure der Freudenberger Bauernbühne mit Hochdruck an die Vorbereitungen zu ihrem nächsten großen Projekt: Die Freilichtaufführung des "Brandner Kaspars" im Sommer diesen Jahres.
Es gibt im bayerischen Sprachraum wohl kein berühmteres Volksstück über Leben und Tod als das Meisterwerk aus der Feder von Kurt Wilhelm. Mit viel List und "Kerschgeist" luchst der Brandner Kaspar dem Boandlkramer etliche weitere Lebensjahre auf Erden ab und muss doch erkennen, dass das gewonnen Leben nicht mehr viel Wert hat. Schließlich lässt er sich vom Tod überzeugen, einen Blick ins Paradies zu riskieren. Die Geschichte selbst kennt wohl nahezu jeder, doch fasziniert es jedes Mal aufs neu sie anzusehen.
Die Inszenierung der Freudenberger Bauernbühne unter der Spielleitung von Benno Schißlbauer lässt den Funken, quasi den "Brandner-Geist", garantiert auf das Publikum überspringen. Über 50 mitwirkende Darsteller, Statisten und Musikanten, ein atemberaubendes Bühnenbild und beste Licht- und Tontechnik werden die Zuschauer in den Bann ziehen.
Die Besetzung ist identisch zu den Aufführungen von 2002, also mit Benno Schißlbauer als Brandner Kaspar und Reinhold Escherl als Boandlkramer. Auch mit den anderen beliebten und bekannten Spielern der Freudenberger Truppe wird es ein Wiedersehen geben.
Vom 29. Juli an wird das Spektakel bis 9. August auf dem Kirchplatz in Wutschdorf zu sehen sein. Bevor man sich ab 20.30 Uhr auf der überdachten Zuschauertribüne in die gute altbayerische Welt entführen lassen kann, besteht die Möglichkeit sich ab 19 Uhr bei gemütlicher Stimmung mit Livemusik auf einer Bewirtungsmeile einzustimmen. Das bewährtes Küchen- und Schankteam wird die Gäste bestens versorgen.
Die begehrten Tickets gibt es ab diesem Samstag, 3. Juni, ab 8.30 Uhr im Pfarrsaal in Wutschdorf (Theatersaal), sowie bei der Amberger Zeitung. Die Restkarten sind dann an beiden Stellen ab Dienstag, 6. Juni, zu haben. Der Eintritt beträgt 20 Euro.
Freudenberg. (gio) Wenn in Wutschdorf seltsam gewandete Menschen herumlaufen, bis spät in die Nacht Jagdklänge und himmlische Orgelmusik zu hören ist und in Wirtshäusern und auf Strassen nur über eine Sache gesprochen wird, dann ist es wieder soweit: Freudenberg und Wutschdorf sind vom "Brandnerfieber" gepackt.
Wie in Oberammergau
Es ist so wie ein kleines Oberammergau. Der halbe Ort hilft mit, die gewaltigen Freilichtaufführungen des Stücks "Der Brandner Kaspar und das ewig Leben" zu stemmen. Wenn vor vier Jahren alle noch gespannt waren, ob das kühne Unternehmen der Freudenberger Bauernbühne überhaupt etwas wird, so ist es diesmal die Hoffnung den grandiosen Erfolg von 2002 zu wiederholen. Spielleiter Benno Schißlbauer kann auf die gleiche Mannschaft wie vor vier Jahren zurückgreifen. . Tribüne und Technik sind bereits organisiert. Der letztes Jahr neu gestaltete Kirchplatz und dessen Zufahrt bieten einen idealen Spielort samt gemütlicher Bewirtungsmeile. Doch es gibt auch noch sehr viel Arbeit bis es am 29. Juli endlich wieder losgehen kann.
Die relativ kurze Probenzeit muss intensiv genutzt werden. Das Bühnenbauteam um Erwin Altmann und Lotte Bösl hat alle Hände voll zu tun um die Kulissen auf Vordermann zu bringen. Manches muss völlig neu oder umgebaut werden. Die Organisation von Einlass, Absperrung, Bewachung und der Helfer rund um das Spielgeschehen, die Pressearbeit, die Vorbereitung vom Programmheft und und und.
Vereinsvorstand Xaver Lobensteiner leistet zusammen mit seinem Vorstandsteam einen organisatorischen Kraftakt. Ebenso steckt jede Menge Aufwand hinter der Einkleidung sämtlicher Spieler und Statisten, soll doch wieder ein anheimelndes altbayerisches Bild vermittelt werden. Hier ist auch die Maske zu nennen, die unter der Leitung von Barbara Söllner jedem Mitwirkenden das passende Theatergesicht verpasst. All das klingt nach viel Stress, aber es lohnt sich, so die Verantwortlichen.
Spätestens am 29. Juli um 20.30 Uhr wenn bei den 400 Zuschauern auf der Tribüne während des Abendgebetläuten gespannte Ruhe einkehrt, Mitwirkende hinter den Kulissen den Hut abnehmen und zur stillen Andacht innehalten, dann ist es zu spüren: Die Geschichte vom Brandner Kaspar hat eine ganz besondere Kraft. Die Freudenberger Bauernbühne versucht diese Kraft den Zuschauern zu vermitteln.
Karten bei der AZ
Es gibt nur noch Restkarten, wer das Stück sehen möchte, sollte sich beeilen. Die Wochenendtermine sind schon ziemlich vergriffen, doch für unter der Woche und für die letzten beiden Aufführungen sind noch ausreichend Karten da, so die Veranstalter. Sowohl bei der Gemeindeverwaltung in Freudenberg als auch bei der Amberger Zeitung sind die Tickets erhältlich.
Mit sehr großem Erfolg führte die Freudenberger Bauernbühne
bereits vor vier Jahren das Stück "Der Brandner Kasper und das
ewig' Leben" auf. Damals wohnte sogar der Anfang des Jahres 2005
verstorbene bekannte Volkschauspieler Toni Berger einer Aufführung
bei - und sagte laut Schißlbauer danach anerkennend: "So eine
Marei haben wir in München nicht." Das war höchstes Lob aus
berufenem Munde für Franziska Scharl, die in der Rolle der Marei
glänzte; schließlich verkörperte Toni Berger über tausend Mal den
Boandlkramer, den bayerischen Tod.
Bühnendebüt im Internat
Lob hat auch Benno Schißlbauer, der bereits während seiner
Internatszeit bei den Salesianern in Ensdorf auf der Bühne stand
und seit 1977 in Freudenberg Theater spielt, für seine Truppe
parat - ob nun für Reinhold Escherl als Boandlkramer oder all die
anderen Darsteller, die in ihren Rollen aufgehen. Neben den zwölf
Sprechrollen gibt es noch rund 40 Statisten.
Insgesamt sind während den Aufführungen - Premiere ist am Samstag,
29. Juli, auf dem Wutschdorfer Pfarrplatz - rund 200 Leute im
Einsatz. "Das ist eben das Tolle an Freudenberg, jeder hilft mit",
schwärmt Schißlbauer vom Wir-Gefühl im Ort. Scherzhaft sagt er,
dass er selbst im "Theater-Eck" wohne, sein Nachbar sei der
Erzengel "und der spielt gigantisch guat".
Tag und Nacht bewacht
Die Helfer packen mit an, wo es nötig ist, ob nun bei der
Absperrung oder beim Catering, selbst den Wachdienst übernehmen
die Freudenberger noch selbst. "Das Gelände wird 14 Tage lang
bewacht und zwar Tag und Nacht."
Insgesamt elf Mal wird in diesem Sommer "Der Brandner Kasper und
das ewig' Leben" zu sehen sein. Davon allerdings sind drei Termine
für Busse reserviert, denn für das Stück haben sich unter anderem
Zuschauer aus Erlangen und Fürth angemeldet. "Wir haben ein
Stammpublikum, das seit zig Jahren immer wieder zu uns kommt",
sagt Benno Schißlbauer.
Begonnen mit den ersten Vorbereitungen wurde bereits im April, die
erste Szene wurde am 16. Mai geprobt. Jetzt stecken die
Freudenberger zwei Mal die Woche im Probenstress, schließlich sind
es bis zur Premiere nur noch knapp drei Wochen. Benno Schißlbauer
ist noch nicht so ganz zufrieden: "Ich kritisiere immer noch, es
gibt immer noch was zu verbessern." In der Woche vor der ersten
Aufführung werde dann jeden Tag geprobt.
Wer das Stück vor vier Jahren bereits gesehen hat, darf auf ein
paar neue Effekte gespannt sein. Schißlbauer will vorab nicht zu
viel verraten, nur soviel: Geplant ist eine Brander-Meile mit
Musik, eigens dafür werden die "Wackerler" ein Lied a-capella
singen. Und außerdem locken noch kulinarische Genüsse.
Versteckte Weisheiten
Benno Schißlbauer ist sehr angetan von dem Stück. "Der Brandner
Kasper ist für mich das größte bayerische Volksstück. Da stecken
so viele Weisheiten drin, die heute noch aktuell sind", schwärmt
er und gibt eine Kostprobe: "Es muss weiter gehen, geht's über'n
Berg nicht, geht's außen rum."
Premierenbericht:
Gerade noch rechtzeitig hatten Bühnen-Vorsitzender Xaver
Lobensteiner und "Nentwein" Klaus Dotzler am Samstag Mittag das
Baustellengerüst von der Fassade der Kirche St. Michael
entfernen können. Denn nichts sollte die Premiere zu der bis 9,.
August dauernden Festspielwoche unter freiem Himmel trüben.
Alles war bis ins Kleinste vorbereitet, jedes noch so winzige
Detail, vom tragbaren Holzstoß über die frisch aufgefüllte
Kerschgeist-Flasche bis zum Verbandszeug für den angeschossenen
Hauptdarsteller doppelt und dreifach geprüft. Nein, da durfte
einfach nichts schief gehen.
Jedoch: "O je, eine gelungene Generalprobe", unkte ein bis in
die Haarspitzen nervöser Xaver Lobensteiner beim Gang vor dem
Start über die Brandner-Festmeile. Was folgern wir daraus?
Falsch: Die Premiere setzte ein weit in die Region hinaus
leuchtendes Glanzlicht. Professionell und mit viel Herzblut von
allen Akteueren getragene Schauspielkunst, behutsame
Regieführung, detailverliebtes Kulissengeflüster, ausgeklügelte
Licht- und Tontechnik mit überraschenden Effekten, prächtige
Kostüme und eine stimmige Gesamtkonzeption heben diese
Brandner-Inszenierung auf einen hohen Rang.
Erfolg für super Team
Die Freudenberger sind stolz darauf, denn sie wissen, dass so
ein Erfolg nur in einem guten Team möglich ist. An die 150 Leute
waren über Wochen mit den Vorbereitungen beschäftigt. Jeder auf
seinem Posten hat so einen Beitrag geleistet zu einem mit viel
Lob bedachten Gesamtkunstwerk.
Das Stück ist, so schwärmte Regisseur Benno Schißlbauer, den
Freudenbergern wie auf den Leib geschneidert. Die Charaktere
sind von den beiden Hauptdarstellern bis hinunter in die
kleinste (und doch nicht unbedeutende Nebenrolle) treffend
besetzt. Der ohne Scheu vor verständnislos dreinschauenden
preußischen Spitzeln vorgetragene Oberpfälzer Dialekt in
Reinkultur geht allen Akteuren leicht von den Lippen. Den haben
sie mit der Freudenberger Muttermilch schon eingesogen.
Neben dem roten Faden der Handlung darf der faszinierte
Zuschauer immer wieder entzückt verweilen bei spritzigen
Dialogen, frechen Anspielungen und aussagekräftigen,
farbgewaltigen Bildern. Es ist so herrlich authentisch, wenn die
Musik zum Brandner-Geburtstag durchs Wirtshaustor zieht und für
die Männer und Frauen aus dem Dorf zum Tanze aufspielt. Das
macht Gänsehaut, wenn der Boandlkramer ums Haus schleicht, das
Totenglöckerl bimmelt und sich beim Wetter aus klarem Himmel
kein Blatt am Zweiglein rührt. Das lässt schmunzeln, wenn
Gevatter Tod nach einem Stamperl Kerschgeist vom Schluckauf
geschüttelt wird oder wenn die Engerln im Jenseits im duftigen
Tüll hüpfen oder wenn die Himmlischen die Karten dreschen.
Irren ist ewiglich
Die Welt schaut nach droben in die Ewigkeit und die da droben
schauen mit dem Fraunhofer entzückt nach drunten. Wie schön,
dass es auch im Himmel liebevoll menschelt, wo der heilige
Portner gütig die Augen senkt und der tuntige Erzengel St.
Michael sein Flammenschwert erhebt. Wie schön, dass es einen
bayerischen Himmel gibt. Warum nur, so fragt man sich, jammern
die Menschen auf Erden und wollen doch "aufs Verrecken nicht
loslassen", wenn es da droben doch so schön ist? "Errare
aeternum est", antwortet darauf der himmlische Nantwein. Irren
ist ewiglich

